Altes Handwerk anschaulich gemacht

Allen modernen Produktionsmethoden zum Trotz, gibt in viele Menschen, die die alten Handwerkskünste pflegen. Mit Ehrfurcht und Hochachtung werden Handwerkstechniken tradiert, die Staunen machen, wozu menschliche Kreativität und Schaffensdrang imstande sind.

Veranstaltung "Altes Handwerk Tirol" in Seefeld in Tirol

Alljährlich am zweiten September-Wochenende treffen einander in Handwerker, die alte Handwerkstraditionen aufrechterhalten. Du kannst ihnen dabei über die Schulter schauen und ihre Produkte bewundern. In der gesamten Fußgängerzone werden heuer über 1500 Frauen und Männer (Handwerker, Musikanten, Chöre, Trachtenvereine, Traktorfahrer usw.) dieses einmalige Fest gestalten und ihr handwerkliches Können in alter Tradition an über 100 Ständen und Freiflächen zeigen. Sie kommen aus Nord-, Süd- und Osttirol sowie dem benachbarten Salzburg, Kärnten, Vorarlberg und Bayern.

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Foto (C) Hemera Techn. Inc.Foto (C) Hemera Techn. Inc.

Seltene Berufsgruppen zeigen ihre Handarbeit in Seefelds Fußgängerzone Korbflechter, Sattler, Geigenbauer, Filzer‚ Hutmacher, Schmiede, Fassbinder, Wagner, Töpfer, Handweber, Scherenschleifer, Schildermaler, Stoffdrucker, Goldschmiede, Handweber, Kerbschnitzer, Bildhauer, Messer- und Besteckmacher, Goldsticker, Federkielsticker, Punzierer, Klöppler, Drechsler, Glasbläser, Gerber, Graveure, Maskenschnitzer, Zäunebauer, Schafscherer und Latschen-Ölbrenner, um nur einige aufzu-zählen. Die Südtiroler Bäcker zeigen unter dem Motto "Vom Korn zum Brot" den Weg des Roggenkorns vom Acker bis in den Backofen. Der vor Ort hergestellte Brotteig wird zu "Breatln, Vinschgerlen & Co" verarbeitet und im Holzofen gebacken. Der Brotduft lädt zum Verweilen und Verkosten ein. Natürlich werden auch wieder ganz seltene und fast schon ausgestorbene Handwerke gezeigt (wie z.B. Klosterarbeiten, Lebzelter) sowie Handwerkskünste, die früher auf den Bauernhöfen gepflegt wurden, wie Buttern, das Verarbeiten der Schafwolle und des Flachses, das Bohren von Föhrenholz für Wasserrohre, sogar eine Stoßsäge wird aufgebaut, Sensen dengeln, Holzspalten für Zäune und vieles mehr.

Aber nicht nur das Handwerk hat an diesen beiden Tagen seinen festen Platz, auch die echte Volksmusik wird auf sehr feine und authentische Weise an 9 verschiedenen Plätzen in der Fußgängerzone gepflegt. Die vielen Liebhaber der Blasmusik können sich im Musikpavillon u.a. auf die Bürgermusikkapelle Seefeld freuen; an beiden Tagen werden die Gäste zusätzlich mit musikalischen Leckerbissen der "Sunnroan-Musig" aus Reith bei Seefeld verwöhnt. Nicht fehlen dürfen die Köstlichkeiten aus Großmutters Küche, die an speziellen Ständen angeboten werden. TIPP: "Kiachln" und Zillertaler Krapfen probieren.

Programmschwerpunkt am Samstag ist der Traktoreinzug um 13.00 Uhr. Die ältesten stammen noch aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Zum Teil werden historische Arbeitsgeräte mitgeführt, wie der beeindruckende erste Mähbalken vom Seefelder Plateau. Raritäten sind eine standmotorbetriebene Getreidemühle, Gabelheuwender und Kartoffelroder. Für einen stimmungsvollen Festabschluss sorgt am Samstag der Männerchor "Puschtra Xong" aus dem Pustertal / Südtirol, der den Abendgottesdienst in der Pfarrkirche zum Heiligen Oswald in Seefeld musikalisch begleitet.

Am Sonntag gibt es dann um 13.00 Uhr einen Trachtenumzug mit über 800 TeilnehmerInnen aus Nord- und Südtirol. Dieser wird von Volksmusikkapellen und historischen Gefährten begleitet.

Dorfmuseum Mönchhof

"Hoadboden" ("Heideboden") nannte man früher den Teil des Seewinkels, in dem der burgenländische Ort liegt. All die Bauern, Handwerker und "Kleinhäusler", die hier lebten, trotzten diesem Heideboden ihre Existenz ab. Da war nichts mit "Mutter Erde"; der Heideboden war eher ein strenger Vater. Von ihm hing es ab, wann und was die Menschen zu essen hatten und wann sie hungern mussten. Er bestimmte, wann sie arbeiteten und wann sie sich ausruhen konnten.

Das änderte sich maßgeblich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das und also auch die östlich des Neusiedlersees gelegene Region wurden "modernisiert". Zunehmend machten sich Asphalt und Beton auf dem Heideboden breit. Auch die alte bäuerliche Welt veränderte sich; sie wurde "bodenunabhängiger". Und zum Teil verschwand sie ganz einfach. "Eine Sache, die nirgends zum Aufhalten war", sagen die Leute.

Im "Dorfmuseum Mönchhof" kannst du die einstige Welt erahnen. Du findest die alten Häuser, die Werkstätten, die Einrichtungsgegenstände und die Gerätschaften und kannst nachvollziehen, wie die Menschen früher gearbeitet, gewohnt und gefeiert haben. Und du spürst etwas von ihren Freuden, ihren Nöten, ihrer Geborgenheit, aber auch von den einengenden Zwängen, denen sie ausgesetzt waren.

Das seit 1990 bestehende Freilichtmuseum – ursprünglich eine Privatsammlung – ist in drei Bereiche gegliedert. Im erst en geht es um die Grundlagen der Existenzsicherung. Wovon haben die Menschen gelebt? Was haben sie angebaut und wie? Wie haben sie geerntet? Und welche Produkte haben sie für sich behalten? Dementsprechend ist der gleich anschließende zweite Teil der Bevorratung für den Eigenbedarf gewidmet. Denn diese bildete ja die Grundlage dafür, dass immer etwas zum Überleben da war. Hinter einem kleinen Teich liegt der dritte und vielleicht ansprechendste Bereich des Museums. Da steht ein richtiges, gleich sam idealtypisches Dorf im ehemaligen Weingarten der Familie Haubenwallner mit Schule, Gasthaus, Greißlerei, Kino, Gemeindeamt, Post, Feuerwehr, Milchhaus und Schrotmühle, mit den Werkstätten der eingesessenen Handwerker und mit dem bescheidenen Wohnhaus des dörflichen Viehhalters.

Im Kontrast dazu ist das Gehöft einer gut situierten Weinbauernfamilie zu besichtigen, mit allem, was so dazugehört: Wirtschaftskammern, Viehställe, Wagenschupfen, Stadl und eigener Weinkeller. Vis a vis sind die Wohnräume für den dörflichen Bäcker samt Backstube und kleinem Geschäft eingerichtet. Beide Hofstellen, die des Bäckermeisters und die des Weinbauern, bilden eine Halbwirtschaft, jene im Heideboden einstmals gängige Wohn- und Wi rtschaftsform. Am Dorfende befindet sich die Kirche, die zu stiller Einkehr oder zu fröhlichen religiösen Festen einlädt.

Du kannst in die Häuser, Schupfen und Werkstätten eintreten, in den Räumen verweilen und dich im Betrachten der Dinge verlieren oder ganz einfach nur eine Stimmung in dich aufnehmen. Es ist ein "langsames", gastfreundliches Museum. Am gastfreundlichsten ist naturgemäß das Wirtshaus. Wie die meisten anderen Gebäude stand es früher in Mönchhof und ist samt seiner Einrichtung annähernd wieder so aufgebaut worden. Hier kannst du lustvoll rasten, nachdenken, weiterfragen oder auch ein Glas Wein genießen, der aus dem Keller von Haubenwallners Schwiegersohn stammt. Dazu passen die von der Nachbarin fallweise gebackenen Grammelpogatschen oder Wasserkipferln.

Manchmal ist das Gasthaus bis auf den letzten Platz voll besetzt, oft aber auch herrscht beschauliche Ruhe. Wem es aber dann doch zu ruhig sein sollte, der kann die alte Musikbox mit den Schellackplatten anwerfen oder an einer der außertourlichen Musikveranstaltungen, Handwerksvorführungen oder Eröffnungen von Sonderausstellungen teilnehmen. Vorbei am Teich und an der "Sammlung", dem einstigen Herzstück des Museums, kommt man schließlich zurück zum Eingang. Dort lassen sich im Museumsladen noch diverse Mitbringsel erstehen: Wein, Schnaps, Marmeladen, Säfte, Vanillescheiben oder Witwenküsse, je nach Lust und Laune. Oder man kauft sich den Museumskatalog, der neben schönen Photos auch eine Fülle von wissenswerten Einzelheiten über das einstige Leben im Heideboden bietet – als Vertiefung des Gesehenen oder als Anregung für ein Wiederkommen. Das Museum erhielt in den letzten Jahren mehrfach Auszeichnungen. Im Jahr 2002 wurde dem Dorfmuseum auch das "Österreichische Museumsgütesiegel" verliehen.

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