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Bergheu-Museum

30 Minuten Gehzeit von der im liegenden Seilbahn-Bergstation auf die Jöchelspitze entfernt, gibt es – weltweit einzigartig – ein Bergheu-Museum. Es entstand auf Initiative von Egon Brandhofer, mit Unterstützung des örtlichen Tourismusverbandes. Untergebracht ist es in einem ehemaligen Heustock. Es gewährte dir einen Blick in vergangene Tage, als auf extrem steilen Wiesen hart gearbeitet wurde. Antike Gerätschaften (z.B. Sensen, Rechen, Heugabeln, Dengelapparate usw.) unf alte Bilder erinnern an jene Zeit. Und es duftet natürlich nach Heu – jeden Tag wird für Nachschub gesorgt, damit die Geschichte auch eine sinnliche Komponente bekommt. Aufstieg zu Fuß oder mit der Seilbahn auf die Jöchelspitze. Treffpunkt ab der zweiten Woche im Juni bis Anfang September, jeweils um 10 Uhr bei der Talstation der Jöchelspitzbahn (keine Anmeldung erforderlich). Adresse der Talstation: 6653 ; Telefonnummer: +43 / (0)5634 / 62 07.

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"Ein Hektar Bergwiese ernährt im Winter eine Kuh, eine Kuh ernährt einen Menschen." Egon Brandhofer kennt noch jene Zeit, in der die Bauern im Tiroler Lechtal auch steilste Berghänge in mühevoller Arbeit mähten, da die Flächen im Tal weder für Mensch noch Tier ausreichten. Das Bergheu war überlebenswichtig – jetzt kommt es zu musealen Ehren: Das neue Lechtaler Bergheu-Museum, das in diesem Sommer auf der Jöchelspitze in Tirols ursprünglichstem Alpental eröffnet wird, erinnert an karges Leben, harte Arbeit und einfache Kost.

Bergheu Museum 1 Bergheu Museum 2

"Immer mehr Heustöcke sind verfallen", bedauert Egon Brandhofer. In diesen Holzhütten wurde einst das Heu gelagert, bis es im Frühwinter auf dem ersten Schnee mit dem Schlitten ins Tal gebracht wurde. Hier übernachteten auch oft die müden Knechte, wenn sich der Heimweg ins Tal nicht mehr lohnte. Das harte Leben der Bergbauernfamilien wird im neuen Museum auch kulinarisch belegt. Milch und Mehl, Gries und Mehl, Mais, Butter und Mehl – aus diesen Zutaten entstand das sogenannte Muas, das tägliche Brot der Bergler, in verschiedenen Variationen. "Fleisch war die Ausnahme", berichtet Egon Brandhofer. Sogenannte Strauben, in heißem Fett gebackene Teigstücke, zählten zu den Köstlichkeiten. Vom Kaiserschmarrn ganz zu schweigen. Auch die Museumsbesucher erwartet im Rahmen der botanischen Wanderung ein kleiner kulinarischer Einblick in die Küche von einst. Auf der eigens installierten offenen Feuerstelle entstehen schmackhafte Kostproben.

"Es war ein hartes Brot", berichtet Albert Wolf (55) – und meint damit weniger die kulinarischen Errungenschaften von anno dazumal, sondern die generellen, von Armut und Kinderreichtum geprägten Lebensbedingungen. Bis zu 2200 Meter hohe Berggipfel wurden bearbeitet. Auf steilen Hängen mähten die Bauern das Berggras, dem Wolf einen sehr hohen Nährwert attestiert. "Darin finden sich wertvolle Gräser und Kräuter." Er selbst hält an der Tradition fest und mäht auch heute noch so manche Bergwiese, um seinen sieben schottischen Hochlandrindern den Trog zu füllen.

Auf der Jöchelspitze informiert zudem ein botanischer Lehrpfad über die eindrucksvolle Pflanzenvielfalt der Region. Zehn Schautafeln geben auch dann Auskunft, wenn man nicht mit Wanderführer Albert Wolf auf Tour geht. Er sammelt seine Wanderer jeden Mittwoch um 9.30 Uhr an der Talstation der Jöchel-Spitzbahn in Bach. Die Teilnahme an der Wanderung ist kostenfrei. Hinauf geht es zumeist mit der Bergbahn. Tipp: Hat man eine "Lechtal Aktiv Card", ist deren Benutzung ist gratis.

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